Bedürfnisse, Belohnungen und Motivation im Zusammenleben mit deinem Hund – Teil 1

Bedürfnisse, Belohnungen und Motivation im Zusammenleben mit deinem Hund – Teil 1

Schön, dass du wieder dabei bist!

Bedürfnisse

Jedes Lebewesen – auch du und dein Hund – hat Bedürfnisse. Passen eure Bedürfnisse nicht zusammen, entstehen Probleme.

Ein Beispiel: Du möchtest mit deinem Partner kuscheln (Bedürfnis nach Nähe), aber er möchte gerade (aus welchen Gründen auch immer) nicht und hat nicht das Bedürfnis nach Nähe. Er geht weg und sucht Abstand. Wenn du gerade gut drauf bist und Verständnis zeigen kannst, wirst du ihn in Ruhe lassen und seinen Abstand akzeptieren.

Bist du aber nicht gut drauf, wirst du vermutlich enttäuscht und frustriert sein. Dein Partner wird dies in dem Moment wahrscheinlich nicht einmal verstehen. Was macht das mit dir?

Wenn dies sehr häufig passiert, sind Probleme in der Beziehung vorprogrammiert.

Und genauso ist es bei deinem Hund und dir. Kuschelst du mit deinem Hund obwohl er es nicht möchte können folgende Dinge passieren:

  1. Du stellst dich gut an und er mag es dann vielleicht doch oder
  2. Du verschreckst und belästigst ihn mehr und sorgst dafür, dass dein Hund auf Abstand geht

Es gibt einfach Hunde die keine Kuscheltypen sind. Es kann sich mit der Zeit verändern, doch auch nur, wenn ich auch die Individualdistanz meines Hundes schätze und wahre und ihn lesen kann.

Jamaro war die ersten Jahre überhaupt kein Kuschelhund. Ich habe ihn immer wieder eingeladen und mit der Zeit seine Lieblingsstellen gefunden.
Die letzten Jahre wurde er immer mehr zum Kuschelhund.

Bagira im Gegensatz findet es grauenvoll, wenn er keinen Körperkontakt zu mir hat. Für ihn ist Kontaktliegen einer der wichtigsten Dinge in unserem Leben. So unterschiedlich sind sie und es ist wichtig, dass wir genau hier anfangen unsere Bedürfnisse nicht unseren Hunden überzustülpen.

Bagira liebt Kontaktliegen

Klar fand ich es oft schade, dass Jamaro lieber alleine in seinem Korb lag. Doch auch das war er. Hätte ich ihn ständig gezwungen zu mir zu kommen, wäre er nicht irgendwann selber den Schritt gegangen mehr körperliche Nähe haben zu wollen.

Und ähnlich verhält es sich auch mit dem Bedürfnis nach Nahrungserwerb (Jagdverhalten), Bedürfnis nach Fortpflanzung, Sicherheit usw.

Je mehr die Bedürfnisse deines Hundes von deinen Vorstellungen abweichen, umso schwieriger wird das Zusammenleben. Doch das muss nicht sein! Nutze die Bedürfnisse deines Hundes für euch!

Belohnungen
– wie finde ich die perfekte Belohnung für meinen Hund?

Wenn deine Belohnung das augenblickliche Bedürfnis deines Hundes befriedigt, dann hast du die perfekte Belohnung für deinen Hund gefunden.

Die Belohnung, die das Bedürfnis deines Hundes in dem Moment befriedigt, verstärkt sein Verhalten, was du belohnt hast.

Welche Art von Belohnung kommt im folgenden Beispiel zum Einsatz?

Ihr trefft eure Freunde und Hundefreunde. Dein Hund reagiert sofort auf das Signal Sitz und setzt sich auf den Boden, er schaut dich an und du gibst ihm das Freizeichen. Nun darf er zu seinem besten Hundekumpel laufen und ihn begrüßen, den er schon sehnsüchtig beobachtet hat.

Unser Lesetipp für dich: Verbales Lob – wichtig oder unwichtig?

Ihr seht es muss nicht immer Futter sein! Belohnung ist es auch, wenn das Freizeichen zum Kontaktaufnehmen kommt. Das Hundegehirn entscheidet darüber, ob eine Belohnung ein Verhalten verstärkt – leider nicht du und ich.

Da sich Bedürfnisse auch verändern, solltest du immer wissen, wie gerade die aktuellen Bedürfnisse deines Hundes aussehen. Es müssen Verhaltensweisen sein, die ihm so wichtig sind, dass er sie immer wieder gerne zeigt.

Schule deine Beobachtungsgabe und notiere dir immer mal wieder wie sich dein Hund in der einen und anderen Situation entscheidet.

Unser Lesetipp für dich: Lernverhalten Teil 1 und 2

Baden als Belohnung

Badet dein Hund gerne, sprich ihn an und wenn er dich angeschaut hat, lass ihn sofort ins Wasser springen. Die Belohnung z. B. „geh Baden“ gibst du dann, wenn dein Hund auf seinen Namen und das Schau reagiert hat. Und so findest du weit mehr Belohnungen wie nur immer Futter oder Spielzeug.

Belohnungen, die unter Umständen nach hinten losgehen

Es gibt natürlich auch Belohnungen für deinen Hund, die nicht unbedingt Belohnungen für uns oder andere Menschen sind. Du nutzt natürlich nur Verhalten als Belohnung, mit dem du gut leben kannst und was keinem anderen oder sogar der Umwelt schadet.

Die Wiese des Nachbars-Bauern wird also nicht als Buddelwiese zugelassen, nur weil es für deinen Hund eine Belohnung ist! Indem Fall musst du einen Kompromiss finden und deinen Hund an Stellen buddeln lassen, an denen es niemand stört. Denk immer daran, was dich in deinem Zuhause oder Garten stören würde, stört auch Menschen denen es gehört – in dem Fall den Besitzer der Wiese.

Jamaro liebte es zu buddeln

Dein Hund wird je nach Individualität und Genetik auch Bedürfnisse haben, die du nicht haben möchtest, aber du hast dir einen Hund in dein Leben geholt, der keine Maschine und auch kein Mensch ist.

Nimm das Bedürfnis deines Hundes wahr und versuche es nicht nur durch eine Strafe zu unterdrücken, sondern durch Kooperation umzulenken und eine adäquate Alternative zu finden.

Unsere Empfehlung: Beratung vor der Anschaffung

In Teil 2 schauen wir uns die Wichtigkeit der Motivation genauer an.

Wir freuen uns, wenn du wieder gespannt und motiviert dabei bist!

Wir freuen uns auf deine Kommentare hier oder auch in Facebook unter dem Beitrag, welche Belohnungen für deinen Hund die Besten sind!

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