Frustrationstoleranz Teil 2 – Folgen von Frustration

Frustrationstoleranz Teil 2 – Folgen von Frustration

Wie in Frustrationstoleranz Teil 1 versprochen, schauen wir uns heute nochmals das Thema Frustration genauer an und welche Folgen daraus entstehen können. In Teil 3 geht es Frusttoleranz zu stärken. In Teil 4 findest du Tipps, wie du Frust bei deinem Hund reduzieren kannst.

Die Frustrationstoleranz, also wie schnell du oder dein Hund frustriert seid, ist immer individuell verschieden und kann zusätzlich tagesformabhängig und situativ unterschiedlich sein.

Die Frustrationstoleranz wird vor allem in der Kindheit des jeweiligen Individuums erlernt, ist aber bis zu einem gewissen Ausmaß auch später noch trainierbar.

Wie wichtig meint ihr, sind jetzt aufgrund dieser Information, die Lernerfahrungen in den ersten Wochen und Monaten eures Hundes?

„So viel Lob wie möglich – so wenig Tadel wie nötig“ Eure Hundeschule im Allgäu – mit Verständnis und Klarheit für den Hund – zu einem erfolgreichen und friedvollen Miteinander!

Eine kleine Übersicht über einige „Symptombeispiele“ mangelnder Frustrationstoleranz:

  • Lern- und Konzentrationsschwierigkeiten
  • Leinenbeißen
  • Ziehen an der Leine
  • Hyperaktivität
  • Impulsives Verhalten (Aggression, Bellen, Jagdverhalten)

Die Erfahrungen im jungen Alter sind mitentscheidend, ob das Lebewesen eine hohe oder geringe Frustrationstoleranz hat.

Folgen von Frustration

Frust aushalten gehört beim Hund wie auch beim Menschen zum Leben dazu. Ich kann nicht immer gleich alles haben, was ich will (wünsche) und manchmal bekomme ich es zeitverzögert oder auch gar nicht. Im Alltag gibt es immer wieder Situationen, wo ich meinen Frust aushalten muss.

Meine Frustrationstoleranz ist sehr gering, wenn ich es eilig habe und andere in dem Moment alle Zeit der Welt haben. Ich sitze dann im Auto und fluche. Ok, ich kann dann soweit meinen Frust regulieren, dass ich den anderen nicht gefährde.

Doch bei einigen ist die Frustrationstoleranz so gering, dass sie gefährlich überholen, zu nah auffahren usw. Folgen daraus: Unfall, Anzeige, Geldbuße, Führerscheinentzug usw.

Wisst ihr worauf ich hinaus möchte?

Bis zu einem bestimmten Punkt ist es nicht dramatisch, wenn ich keine ewige Frustrationstoleranz habe, doch schieße ich über das Ziel hinaus, wird es sehr unangenehm für mich und auch für andere.

Beim Hund ist die mögliche Folge von Frustration tatsächlich oftmals aggressives Verhalten, was sich in der Neigung sich selbst zu verletzen oder im Aggressionsverhalten gegen andere zeigt.

Eine weitere Folge können stereotypische Verhaltensweisen (wiederholende, gleichförmige Handlungen mit häufig zwanghaftem Charakter) sein, wie z. B. eigene Rute jagen, Pfoten knabbern, im Kreis drehen, u. ä.

Egal um welche Folgen es sich handelt, aus einer Kleinigkeit ist etwas meist Großes geworden, was schon im Vorfeld oder in den Anfängen hätte verhindert werden können und was auch so schnell nicht mehr ungeschehen gemacht werden kann. Hier auch nochmals der Link zum Thema: Stress beim Hund.

Die Toleranz, wie lange ich Frust ertragen kann, kann durch Lernprozesse gestärkt werden. Doch das schauen wir uns in Teil 3 dieser Blog-Reihe an.

Danke für eure Aufmerksamkeit!

Lust weiter zulesen?

Über die Autorin
Saskia Katharina Siebel

Ich bin leidenschaftliche Hunde- und Menschentrainerin und eine absolute Herzensangelegenheit ist die Tierfotografie.

Seit nun 2 Jahren schreibe ich regelmäßig Blogartikel (die es manchmal auch in sich haben) und trotzdem ist das Feedback von euch darauf großartig.

Ich wünsche mir ein friedvolles, faires und stressfreies Miteinander für jedes Mensch-Hund-Team.

Arbeite an dir und lasse dich auf deinen Hund ein 🙂

Das Ergebnis wird dich staunen lassen!

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