Angst blockiert Lernen

Angst blockiert Lernen

Kennst du das Gefühl der Blockade, wenn du vor irgendetwas Angst hast? Sei es Angst vor einer Prüfung, vor einer Spinne oder einem anderen Tier, sei es Höhenangst oder die Angst vor einer Arztpraxis?

Du bist in dem Moment nicht mehr fähig klar zu denken, geschweige denn etwas zu lernen. Und genauso geht es deinem Hund auch, wenn ihn eine Angst und/oder eine Furcht überwältigen.

Oft sehen Trainingserfolge eher mäßig aus, da wir Menschen oft zu viel in zu kurzer Zeit erwarten. Angstverhalten ist ein Verhalten, was Leben schützen kann und was auch zum Überleben notwendig ist. Angst ist ein Urinstinkt, doch kann es dem Lernen und dem Training oft im Wege stehen.

Am Wichtigsten ist die Angst deines Hundes wahr und ernst zu nehmen. Denn Angst kann sich schnell immer weiter ausbreiten und auch teilweise ins Gegenteil kippen.

Was ist der Sinn von Angst?

Angst ist eine starke Emotion, die im Körper deines Hundes einen Alarmzustand auslöst. Dein Hund hat in diesem Moment nur ein Ziel: sich schützen – Überleben sichern! In diesem Zustand ist das Gehirn deines Hundes so damit beschäftigt dieses Ziel zu erreichen, dass eine Mitarbeit mit dem Menschen nicht mehr möglich ist, da sein Gehirn blockiert ist.

Deine Aufgabe ist es deinen Hund verstehen zu lernen, zu lernen wie du ihn in diesen Momenten unterstützen kannst! Denn dein Hund ignoriert dich in diesen Momenten nicht mit Absicht. Er kann wirklich nicht anders. Wir müssen im Training mit einem Angsthund darauf achten, dass wir im „grünen Bereich“ beginnen und weitestgehend erst einmal bleiben, auf Deutsch: dein Hund sollte entspannt sein.

Ist dein Hund bereits in sein Angstverhalten gerutscht, wird es schier unmöglich einen Zugang zu ihm zu erhalten. Im grünen Bereich können wir Einfluss auf ihn nehmen und ihm zeigen, dass es ich hilft und ihn unterstützt, wenn er sich an uns orientiert.

Entspannungstraining und Gegenkonditionierung wie auch die Desensibilisierung spielen bei Angsthunden eine große und meist entscheidende Rolle über den Erfolg des Weiteren Trainings. Entspannungstraining senkt das Erregungsniveau deines Hundes, die Gegenkonditionierung hilft um andere Gefühle mit dem Auslöser in Verbindung zu bringen.

Erst wenn diese beiden Dinge greifen ermöglichen wir deinem Hund bewusst ein anderes Verhalten erlernen zu können.

Welchen Einfluss haben Motivationskonflikte?

Ein wichtiger Punkt liegt mir sehr am Herzen: das LOCKEN eines ängstlichen Hundes. Das vermeintlich gut gemeinte, ist keine Lösung und kann alles nur verschlimmern. Angst und Locken sind zwei Sachen, die sich gegenseitig ausschließen und nicht zusammenpassen.

Bitte versuche NIE deinen Hund zum Angstauslöser zu locken! Warum nicht?

Das Locken zum Angstauslöser bringt deinen Hund in einen starken Motivationskonflikt. Er möchte schon die Attraktion erhalten, die ihm in Aussicht gestellt wird (z.B. Leberwurst) und gleichzeitig möchte er aber den Abstand zum Angstauslöser halten.

Einige Hunde überwinden ihre Angst kurzfristig und schnell, schauen aber dann, dass der Abstand schnellstmöglich wiederhergestellt ist. Im besten Fall…

Dein Hund lernt in diesen Situationen nicht, dass er keine Angst mehr haben muss! Er lernt im Besten Fall, dass je schneller er ist, desto schneller ist die unangenehme Situation vorbei. Im schlechtesten Fall lernt er, dass der Angstauslöser wirklich schrecklich ist und es absolut Sinn macht komplett in die Vermeidung zu gehen oder Angriff ist die beste Verteidigung.

Denkt immer daran: Egal ob Motivationskonflikte, Angst, Interessenskonflikte usw. Euer Hund hat Stress! Und Stress auf Dauer macht nicht nur krank, sondern im Stresszustand ist effektives Lernen nicht möglich.

Unser Lesetipp für dich: Stress beim Hund

 

Im Training mit diesen Hunden ist Zeit und Geduld der Schlüssel für Erfolge. Gebe deinem Hund diese Zeit um sich in seiner Geschwindigkeit dem Angstauslöser zu nähern und belohne jede Annäherung die dein Hund freiwillig zeigt.

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